VIOLENT DANCING

Underground und Mainstream, Illusion und Rebellion, Kontrollverlust und Eigensinn | Gastspiel Paradeiser Productions

Fotos: © Torsten Meyer-Bautor

Hardcore. Metalcore. Deathcore. Ist das nicht dasselbe? Headbangen. Pogo. Moshen. Violent Dancing. Ist der Unterschied nur die Anzahl der blauen Flecken und gebrochenen Nasen? Kann der Sound von heute mithalten mit einem Riff von Jimi Hendrix in voller Lautstärke? Was passiert mit der Rebellion und der Wucht der Subkultur, wenn sie als Phänomene auf die Bühne geholt werden?
Mit Jugendlichen aus der Mosher Szene, einem Schauspieler und einer Tänzerin stellen Paradeiser Productions den Fragen, ob Wut ein Privileg der Jugend ist, Tanzen ein Rückzug oder eine politische Aussage und ob nicht ohnehin bereits alles dem Mainstream geopfert wurde. Dazu kommen Texte vom Beat-Literaten Wolf Wondratschek, zeitgenössischer Tanz und Live-Musik vom Gitarristen der Band Vitja. Eine Suche an und über die Grenzen hinaus.
Gleichzeitig wird die Sehnsucht des Theaters nach „Real Life“ und Aktualität thematisiert: Wie fresh ist es, wenn sich das Theater dem Leben „da draußen“ öffnet? Ist der gebotene Raum eine Bühne für die Szene oder wird die Subkultur durch das System Theater nur abgeschöpft und in den Markt integriert? Was kann der Clash der Phänomene erzählen?

Paradeiser Productions
Regisseurin Ruth Schultz, Musiker Kai Niggemann und Dramaturgin Kaja Jakstat arbeiten an den Grenzen zwischen den Genres und Sparten. Das Zusammendenken von Tanz und Text, Klang und Performance, E- und U-Kultur zieht sich durch alle ihre Projekte, die sie inzwischen national wie international erfolgreich zeigen konnten. Als Label arbeitet Paradeiser Productions seit 2009 daran, für jedes Projekt die passende Arbeitsform und -struktur zu finden. Für "Violent Dancing" kommen Schauspieler Harald Redmer und Tänzerin Judit Abegg hinzu. Letzte Produktionen: Music in the Global Village, west off/ theaterimballsaal Bonn (2013), Menschmaschine, theaterimballsaal Bonn (2012), Hobophobia, Theater im Pumpenhaus Münster (2012), Pandaemonium, Theater im Pumpenhaus Münster (2011)

Koproduziert vom Theater im Pumpenhaus, Münster. Gefördert vom Kulturamt der Stadt Münster, dem Fonds Darstellende Künste e.V., dem NRW Landesbüro freie Kultur und der Kunststiftung Nordrhein-Westfalen. In Kooperation mit dem Jib – Jugendinformations- und Bildungszentrum der Stadt Münster und dem theaterimballsaal, Bonn.

Mit Judit Abegg, Vladimir Dontschenko, Pauline Hemelt, Peter Martens, Harald Redmer Konzept Paradeiser Productions Inszenierung Ruth Schultz Musik Kai Niggemann Dramaturgie Kaja Jakstat Komposition Vladimir Dontschenko Bühne/Kostüme Lea Tenbrock Licht Enes Habibovic Choreografische Beratung Leena Keizer Assistenz Lisa Kemme Produktionsleitung Zwei Eulen – Büro für Kulturkonzepte Grafikdesign Daniela Löbbert Texte Wolf Wondratschek