ERSCHLAGT DIE ARMEN!

Nach dem Roman von Shumona Sinha
Ausgezeichnet mit dem Internationalen Literaturpreis 2016

Erschlagt die Armen!

Fotos: ©MEYER ORIGINALS

„Erschlagt die Armen!“ ist der Titel eines Prosagedichts von Baudelaire, und die namenlose Protagonistin des Romans scheint ihn wörtlich genommen zu haben: Die junge Frau schlägt einem Migranten in der Metro eine Weinflasche über den Kopf und findet sich in Polizeigewahrsam wieder. Dort soll sie sich erklären. Was treibt eine Frau, die, selbst Migrantin, in der Asylbehörde als Dolmetscherin zwischen Asylbewerbern und Beamten vermittelt, zu einer solchen Tat?

Shumona Sinha, geboren 1973 in Kalkutta, lebt seit 2001 in Paris und war als Dolmetscherin für die Migrationsbehörde tätig. Ihr Roman schildert auf drastische Weise die Unaushaltbarkeit des europäischen Asylsystems, in dem die zugereisten Bittsteller auf müde, routinierte Verwalter und Ablehner treffen. Zugleich ist „Erschlagt die Armen!“ das schonungslose Porträt einer Frau, deren wachsender Widerwille gegen die – meist männlichen – Migranten und ihre Fluchtgeschichten sich zerstörerische Wege nach draußen sucht.

„Erschlagt die Armen!“ Von Shumona Sinha. Original © Éditions de l'Olivier, Paris 2011

Mit Lisa Bihl, Nina Karimy, Lucas Sánchez | Inszenierung Daniel Kuschewski | Ausstattung Thomas Unthan | Bühnenfassung Daniel Kuschewski und Gerhard Seidel

Premiere 3. November 2016
Vorstellungsdauer 75 Minuten ohne Pause

Die nächsten Vorstellungstermine / Kartenbuchung

Presse

“Nina Karimy spielt voller Empathie die Hauptrolle. Sie beherrscht die Szene. Ihre langsam wachsenden Selbstzweifel, der sich aufstauende Hass auf die bürokratischen Kollegen und die Bittsteller lassen das Publikum nicht kalt.” koeln-nachrichten.de

”Am FWT in der Kölner Südstadt, wo man eine hauseigene Textfassung bietet, schiebt Regisseur Daniel Kuschewski seine drei Darsteller fast wie auf einem Schachbrett hin und her. Das Abstrakte seiner Inszenierung wird von Thomas Unthans Ausstattung unterstrichen.” theater:pur

"Einen bedrückend schönen Theaterabend hat Daniel Kuschewski in Szene gesetzt." meinesuedstadt.de

"In der Dramatisierung für das Freie Werkstatt Theater gehören die Verhöre zu den Höhepunkten des Abends. (...) Mit der Wahl des Stoffs besaß das FWT den richtigen Riecher." Kölnische Rundschau

”Regisseur Daniel Kuschewski legt in seiner mit Gerhard Seidel erstellten Bühnenfassung im Freien Werkstatt Theater den Fokus auf die Entwicklung der jungen Dolmetscherin. (…) Gleich mehrfach wird die Bühne zum Ort, an dem über die Wahrheit zu Gericht gesessen wird. Die Wahrheit, die hier gleich aus dutzenden Boxen schallt und die ebenso schwer zu fassen ist wie die Gründe für den Schlag mit der Flasche. (…) Ein intensiver Abend.”Kölner Stadt-Anzeiger