FASSNACHT

Szenen von Liebe, Tod und Wahnsinn
Ein Stück von Rolf Johannsmeier und Walter Henckel
auf der Grundlage mittelalterlicher Fassnachtsspiele

Uraufführung/Premiere 11. November 1988

Das Boot ist voll

Fotos © Stefan Odry

Rolf Johannsmeier inszenierte das außergewöhnliche Theaterereigneis na spätmittelalterlichen Spielvorlagen mit sechs Schauspielern und dem bekannten Jazzmusiker Ernst  Bier. Hans Sachs, Hans Folz und andere Faß-Nächtige schrieben die Szenen, die hier in einer Neubearbeitung ihre Uraufführung erlebten. Das Stück führt das Publikum in eine ver-rückte, sinnlich derb unterhaltende Welt des wilden Heeres. Romantische Liebesgeschichten, zynische Kritik an Klerus und Adel, der Kampf ums Stück Brot und ums Überleben - burleske Bilder, wild und zart, nackt und direkt, grotesk und real.

Mit der Premiere von "FaßNacht" am 11.11.1988 feierte das Freie Werkstatt Theater auch sein elfjähriges Bestehen.

Gastspielorte:
Am 31. Mai 1989 wurde das Stück im Rahmen des Festivals "Zeittheater 2000" auf dem Bonner Münsterplatz gezeigt.
Am 2. September 1989 fand eine Aufführung im Franziskanerkloster Kempen auf Einladung des dortigen Kulturamts statt.

Mit Silke Klug/Elisabeth Kopp, Rita Planzer/Yvonne Racine, Wolfgang Scheiner, Dieter Scholz, Hardi Sturm, Susanne Zierhold | Inszenierung Rolf Johannsmeier | Raum Claudius Rudek | Kostüme Martina Meckbach | Percussion Ernst Bier | Produktionsleitung Ingrid Berzau | Technik Olaf Bader, Uli Löhe, Hardy Schumacher

Presse

"Zwei Stunden Theatralisches vom Feinsten! Augennah und mitreißend." StadtRevue

"Das Spektakel ist faszinierend und auch sprachlich sehr gut gestaltet. Die Übergänge zwischen den Geschichten sind poetisch, die untermalende Musik von Ernst Bier setzt stimmungsgerechte Akzente und immer wieder kommt das wilde Faßnachtsheer, ums einen Schabernak zu treiben." SWF 1, Nachboulevard

"Ritter, Tod und Teufel beherrschen zur Zeit die Szene einer ausgedienten Bananenreiferei in der Kölner Südstadt. Die rasante Revue aus Schlägereien, Streit, Liebe, Giftmord und plötzlichem Tod ist hautnah gespielt. Manchmal sitzen die Schauspieler dem Publikum auf dem Schoß. Trotzdem kommt diese Mischung aus derbem Bauernschwank und absurdem Theater beim Publikum gut an." SWF 3

"Walter Henckel und Rolf Johannsmeier haben in Faßnachtsdichtungen des 15. und 16. Jahrhunderts gestöbert, sind unter anderem bei Hans Sachs und Hans Folz fündig geworden und tun den Text unbehauen dem erlauchten Publikum unserer Tage an. Hier spielt keiner Theater, hier passiert Theater, derb und drastisch! Leiber und Gliedmaßen, alle scharfen Lüste und Gelüste, alle erdenklichen Ausscheidungen und Ausschreitungen kommen zur Geltung. Auf der ganzen Länge der 30m-Bühne wird gegiert, geklaut, gejauchzt und gegackert, alle Kehllaute des Lebens und des Todes. Nicht von ungefähr, dass sich diese Produktion des FWT die tolle Zeit ausgesucht hat, denn sie zerrt mit diebischem Vergnügen die gepflegten Karnevalsshows von heute vor den Spiegel ihrer Flegeljahre." WDR 3 Mosaik