L'INFERNO

Re-Animation eines Stummfilms
Gastspiel Paradeiser Productions | Koproduktion mit dem Theater im Pumpenhaus, Münster

L'inferno

Foto © Dominic Sehak

Live-Event mit stummem Film. Geräuschchorstummfilmkonzert
Es geht hinab: in die neun Höllenkreise von Dantes Göttlicher Komödie. Zusammen mit dem Paradeiser Geräuschchor, einem Schauspieler, einer Geräuschkünstlerin und einem Videokünstler tasten Paradeiser sich entlang des Stummfilms “L’Inferno” von 1911 – bis der rechte Weg verloren scheint... und wir uns in unserer Welt wiederfinden. Im Dantejahr anlässlich des 750. Geburtstages des Dichters begeben sich Paradeiser auf die Spuren seiner  berühmten Jenseitsreise. Gibt es die Hölle heute so überhaupt noch? Oder meinen wir nicht vielmehr eine Reihe von individuellen Höllen und ausweglosen Situationen, wenn wir heute Hölle sagen?
Paradeiser kombinieren den Einblick in eine ganz persönliche Hölle von heute mit dem 100jährigen Filmmaterial eines italienischen Regie-Teams. Dabei wird alles anders – und auch wieder nicht: Selbstzweifel und die Unmöglichkeit echter Kommunikation sind Irritation und Inspiration zugleich.

Durch die Verbindung von Darsteller*innen und Film auf der Bühne entsteht eine Welt aus Soundtrack, Atmosphäre und Illusion – eine Re-Animation des ersten abendfüllenden Stummfilms der Kinogeschichte.

Für den von Dantes literarischem Monster inspirierten Abend mischen die Paradeiser verschiedenes Material, das wiederum von Dante inspirierte Künstler geschaffen haben. Sie samplen Sounds, re-animieren die Dante-Figur aus dem Stummfilm, strukturieren die Filmbilder um und neben Originaltexten aus der Göttlichen Komödie ist mit Auszügen aus Benatis “Cani dell’Inferno” auch eine neue Riscrittura Dantesca dabei. Ob wir am Ende die Sterne wiedersehen?

Gefördert durch das Kulturamt der Stadt Münster, das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW und das NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste

www.paradeiserproductions.com

Konzeption & Produktion & Künstlerische Leitung Paradeiser Productions/Kai Niggemann & Ruth Schultz | Performer Holger Spengler | Geräuschkunst Julia Nitschke | Paradeiser Geräuschchor Jürgen Brakowsky, Michael Carneim, Barbara Geilich, Jennifer Iker, Niko Kemena, Rebecca Nahrwold, Ulrike Sauvigny, Franz Schröer | Regie Ruth Schultz | Musikalische Leitung Kai Niggemann | Video-Editing Sven Stratmann | Installationen Marek Lotschov | PR Wilko Franz | Produktionsleitung Zwei Eulen – Büro für Kulturkonzepte | Grafikdesign Daniela Löbbert | Fotos Dominic Sehak | Assistenz Frederic Merziglod | Film L’INFERNO restauriert von Fondazione Cineteca di Bologna

Vorstellungstermin / Kartenbuchung

Paradeiser Productions Geräuschchor (Sound-/Stimm-Workshop) am Freitag, 9. September 2016 um 18:30 Uhr

Ist das ein Chor? Eine Maschine? Verrückte Foley-Artists? Ein Brummen, Donnern, Krachen, Prasseln, Plumpsen, Grollen, Pfeifen, Zischen … Der Paradeiser Geräusch-Chor “singt” z.B. die Geräusche vom Arbeitsplatz, die Geräusche der Stadt. Oder der Hölle… Statt Loopstation, Sampler und Elektronik stellen wir das uralte Theatermittel auf die Bühne: den Chor. Wir machen stimmgewaltigen Noise mit Partituren zwischen Experimentalmusik und Acapella soundscapes.
Nach zwei erfolgreichen Produktionen wollen wir den Paradeiser-Geräuschchor jetzt um experimentierfreudige Kölner*innen erweitern.
Wir laden Interessierte ein zum Sound-Workshop ins Freie Werkstatt Theater ein: am Freitag, 9. September 2016 um 18:30 Uhr. Vorkenntnisse sind erwünscht, aber keine Voraussetzung.
Nach einem gemeinsamen Warm-Up improvisieren wir zunächst frei mit der Stimme - alles außer Gesang! - und tauchen dann ein in das Höllenrepertoire der Paradeiser Stummfilm-Reanimation “L’Inferno”, die gleich am nächsten Tag (10.09.) um 20:00 Uhr im Freien Werkstatt Theater auf die Bühne kommt.

Kontakt: Telefon 0221-16874827
geraeuschchor@paradeiserproductions.com
www.paradeiserproductions.com

Presse

"Als 'Geräusch-Stummfilm-Konzert' bezeichnet Regisseurin Ruth Schulz die Aufführung. Und tatsächlich sind es die Geräusche, die hier die Hauptrolle spielen. Produziert werden sie einerseits von Julia Nitschke und Kai Niggemann mithilfe elektronischer Geräte, andererseits von einem siebenköpfigen Chor, der mit seinen Stimmen das Geschehen auf der Leinwand akustisch begleitet. Auf diese Weise entsteht eine eindrucksvolle Klangkulisse, die dem Heulen und Zähneklappern der armen Seelen in den verschiedenen Höllenkreisen Ausdruck verleiht. (...) Mittelalterliche Mystik auf der einen Seite, moderne Weltverlorenheit auf der anderen, und als Bindeglied ein Geräuschexperiment aus menschlichen Stimmen und elektronischen Klängen." Münster Feuilleton

Zurück