MARGARETHE ODER DER BLUTENDE WALD

Von Dirk Raulf | Uraufführung

In Dantes „Göttlicher Komödie“ ist der blutende Wald der Wald der Selbstmörder. „Margarethe oder Der blutende Wald“ ist der Monolog einer Toten; einer Frau, die sich vor langer Zeit das Leben genommen hat. Ihre Entscheidung, ihre Verzweiflung, ihre Auflehnung, ihre Konfrontation richtet sie vor allem gegen die Männer, die ihr Leben dominiert und ruiniert haben: ihren Vergewaltiger, ihren Vater und Bruder, ihren Priester, ihre letzte Liebe.

Margarethe steht mit ihrer radikalen Entscheidung, Hand an sich zu legen, in einer langen Reihe. Empedokles und Curt Kobain, Kleist und Jean Améry, Ulrike Meinhof und Robert Enke, Océane Ebem und Sarah Kane ... Wie stellen diese Menschen uns und unser Leben in Frage? Kann man ihre Entscheidung nur als depressiv, wahnhaft, krank oder verloren kennzeichnen? Oder wollen sie den Anforderungen und dem Regelwerk einer als falsch empfundenen „Welt“ nicht nur entkommen, sondern ihr etwas kompromisslos Anderes und Eigenes entgegensetzen?

„Margarethe oder Der blutende Wald“ bildet die Fortsetzung der Arbeit „Bartleby!“ am Landestheater Marburg (2017), der ersten Intervention von RAUSCH (Schulze/Raulf). Schulze und Raulf sind seit zehn Jahren ein Theater- und Hörspiel-Team, mit Arbeiten u.a. für den Deutschlandfunk, das Schauspiel Essen, das Schauspiel Frankfurt, die Theater Aachen und Paderborn und die Staatstheater Kassel und Braunschweig. RAUSCH ist ihre Plattform für eigene Projekte.

Mit Chris Nonnast, Tomasso Tessitori und Dirk Raulf | Inszenierung Martin Schulze | Text und Musik Dirk Raulf | Bühne Jan Patrick Brandt | Ein Projekt von RAUSCH (Schulze/Raulf)

Premiere 8. November 2018

Weitere Vorstellungstermine: 9., 16. November 2018 / 8., 9. Dezember 2018 / 26., 27. Januar 2019, jeweils 20:00 Uhr

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