TUNNELMENSCHEN

Von Rolf Johannsmeier und Gerhard Seidel
nach einer Idee von Gerhard Seidel

Uraufführung/Premiere am 8. Oktober 1999

Unter der Stadt liegt, tief in die Erde gegraben, eine andere Stadt: das sind die Schächte der U-Bahn mit ihren verborgenen Türen, Gängen und Höhlen. Es ist eine Stadt ohne Himmel, dunkel wie die Tiefsee. Eine Stadt, in der das Leben anderen Gesetzen folgt; Wahnsinn und Erleuchtung, Tod und Traum, Brutalität und Zärtlichkeit wohnen hier dicht nebeneinander. Jen, eine junge Frau, durchschreitet den Eingang zur Tunnelwelt...

Nach den "Entdeckungen" der New Yorker Fotografin Margaret Morton, die sich Ende der 80er Jahre in das Labyrinth der U-Bahn-Tunnel begab, haben Rolf Johannsmeier und  Gerhard Seidel ein Szenarium entworfen, in dem Körper und Bewegung, Stimmen und Lichträume den Übergang von einer Welt in die andere zeigen.

Mit Steffen Böye, Errol T - Harewood, Jürgen Reinecke, Carmen Riha, Gregory B. Waldis | Szenarium Rolf Johannsmeier und Gerhard Seidel | Inszenierung Rolf Johannsmeier | Sounddesign Michael Rüsenberg | Bühnenbild & Lichtdesign Jan Hüwel | Bühnenbildassistenz Beate Cremer | Regieassistenz Caroline Alexander, Nicola Angele

Proben in der Deutzer Brücke
Das Ensemble probte im September 1999 im Hohlraum der Deutzer Brücke.

Im Rahmen der Inszenierung fand am 27. Januar 2000, 20:00 Uhr
DIE NACHT DER TUNNEL & BRÜCKEN
Lesung und Soundscapes
in Kooperation mit dem Kölner Literaturhaus statt.
Während die Ensemble-Mitglieder Interviews und Texte von Tunnelbewohnern vorstellten, las der Kölner Autor Dieter Kühn aus seinem Roman "Der König von Grönland", der an der Südbrücke beginnt. Michael Rüsenberg brachte seine "Kölner Brückensinfonie" zu Gehör.

Presse

"Eine Inszenierung, die man hautnah erlebt. (...) Das Ensemble überzeugt ohne Einschränkung. Mit großer Sensibilität sind fünf Rollen hervorragend ausgearbeitet, die durch Lichtregie und Sounddesign in die Tiefen der menschlichen Seele entführen." Theater Rundschau

"Das FWT überrascht gerne mit ungewöhnlichen Eingängen und Schauplätzen. (...) Das Stück ist eine sehr abstrakte Inszenierung, ungewöhnlich und überraschend." PRINZ

"Das Freie Werkstatt Theater hat mit dem Stück 'Tunnelmenschen' ein ehrgeiziges Projekt realisiert. (...) Als Besucher des Stücks wird man in die Kellerräume des Theaters geleitet, durchquert ein kleines Gewölbe und kommt in einem umgebauten U-Bahn-Schacht (gelungenes Bühnenbild: Jan Hüwel) an. Der Zuschauer wird konfrontiert mit ständig wechselnden Klang- und Lichteindrücken." Kölner Illustrierte

"Dass man im Freien Werkstatt Theater mal wieder in den Keller gehen würde, konnte man ahnen, doch das Ergebnis ist verblüffend. Einmal mehr ist Jan Hüwel ein eindrucksvolles Bühnen- und Lichtdesign gelungen. In einem schmalen, rechteckigen Kellerdurchgang mit Stahlträgern ist 'der Tunnel' entstanden, sitzen die Zuschauer in engen Nischen als Teil des Geschehens und doch außen vor." Kölnische Rundschau