#TAKE CARE RESIDENZEN

Förderprogramm für freie Künstler*innen
Das Freie Werkstatt Theater ist Partner für zwölf Residenzen

 

 

 


Für das Förderprogramm #TakeCareResidenzen kooperiert der Fonds Darstellende Künste mit dem bundesweiten Netzwerk flausen+, zu dem auch das Freie Werkstatt Theater gehört.

#TakeCareResidenzen hat zum Ziel, ausgewählte, frei produzierende Künstler*innen und Gruppen, die durch die Covid-19-Pandemie und die Einschränkungen im kulturellen Sektor existenziell betroffen sind, für jeweils zwei Monate zu begleiten mit bis zu 5.000€ finanziell zu stärken.

Das Freie Werkstatt Theater ist Residenzpartner für zwölf Künstler*innen aus mehreren Bundesländern, fünf von ihnen sind in Köln beheimatet. Diese Residenzen finden zwischen Januar und März 2021 statt.

Das Gesamtvolumen von #TakeCareResidenzen beträgt 1, 74 Millionen €, Bewerbungen für 350 Projekte konnten in zwei Antragsrunden im Oktober und November 2020 eingereicht werden.

Zur Übersicht über alle Projekte

Das Förderprogramm #TakeCareResidenzen ist Teil des #TakeThat-Maßnahmenpakets des Fonds Darstellende Künste, das im Rahmen von NEUSTART KULTUR – dem Zukunftsprogramm für den Kulturbereich der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) – initiiert wurde.

Künstler*innen und ihre Residenzprojekte am Freien Werkstatt Theater:

Andrea Bleikamp: LUMEN

Zurzeit ist Andrea Bleikamp die einzige Theatermacherin in Deutschland, die Theater für die Allerkleinsten in diesem Alterssegment anbietet. Normalerweise ist unter diesem Begriff Theater ab 2 Jahren gemeint. Die Konzepte richten sich an die Altersklasse 0-14 Monate. Die erste Produktion der BabyBühne (https://vimeo.com/136707775) läuft erfolgreich seit 2012 ununterbrochen am Freien Werkstatt Theater. Der ungebrochene Erfolg der ersten BabyBühne hat neugierig gemacht, was in diesem Bereich noch möglich ist und mutiger in der Auswahl des Themas werden lassen.

Lumen
Die Residenz am Freien Werkstatt Theater mit Hilfe der Förderung des Fonds Darstellende Künste ermöglicht die künstlerische Recherche über Licht in all seinen Erscheinungsformen und physikalischen Eigenschaften, als Einsatzmittel und Gegenstand im performativen Bereich und dessen künstlerische und poetische Umsetzung.
Besonders die physikalischen Eigenschaften des Lichts waren Gegenstand der Recherche und der Bearbeitung des Konzeptes. Die Strahlenoptik mit ihren Prinzipien von Reflexion, Brechung und Streuung sowie die optische Aktivität und die Wellenlängenbereiche der Spektral Farben boten jede Menge Experimentiermöglichkeiten. Der spielerische Einsatz verschiedener Lichtquellen (Beamer, Diaprojektor, Lampen, Lichtpois, etc.) auf verschiedenen Materialien und Formen (Wasser, Stoff, Sand, Prismen etc.) waren ein weiterer Baustein für einen Entwicklungsprozess. Dabei wurde die Recherche um das Thema Weltraum erweitert, dessen Klang- und Farbwelt Untersuchungsgegenstand wurde. Das Projekt wird weiter gedacht und hat über das Stipendium den nötigen Antrieb bekommen. Aus einer abstrakten Idee wird langsam eine greifbare Arbeit.

Bibiana Jimenez: ZIELSCHEIBE

Selbstständige Choreographin, Tänzerin, künstlerische Leiterin von XXTanzTheater. Geboren in Bogotá Kolumbien mit Wohnsitz in Köln. Nach ihrem Studium der Psychologie und der Ausbildung in modernem Tanz in Barranquilla ging sie nach Bogotá, wo sie Bühnentanz und Tanzkomposition an der ASAB (Akademie der Kunst Bogotá) studierte und ihre Weiterbildung in Schauspiel, Tanzsprachen und Bewegungsanalyse fortsetzte. Sie tanzte als Solistin beim Choreographischen Theater Johann Kresnik, u.a. in Berlin, bei den Salzburger Festspielen, am Schauspiel Hannover und dem Theater Bonn. Außerdem tanzte sie für Reinhild Hoffmann in Graz im Rahmen der Kulturhauptstadt Europa und bei der Ruhrtriennale sowie für Susanne Linke in Bonn.

Ihre Choreographien widmen sich von Anfang an dem Thema „Frau in Hinblick auf soziale Gleichheit und Geschlechtergerechtigkeit“. 2009 - 2019 initiierte und leitete sie ein integratives Tanztheater Projekt mit dem ifz Bonn. 2015 gründete sie die freie Tanztheater-Kompanie XXTanzTheater. Mit XXTanzTheater arbeitet sie interdisziplinär und experimentell; verbindet Frauenbiografien, heutige gesellschaftspolitische Entwicklungen und historische Fakten. Die Choreographien erfassen das Emotionale einer Situation, die Gefühle einer Figur in der Bewegung. Mit XXTanzTheater produzierte sie: „Sparkling Bubbles“ in Kooperation mit dem Wallraf-Richartz-Museum/Fundation Corboud und dem Mapuka Museum in Kolumbien. Die Choreographien "XX" Fortuna in 2016 und „I am Farkhunda“ (2017) waren für den Kölner Tanztheaterpreis nominiert. Im Jahr 2020 wurde sie für ihre Choreografie "Das eXXperiment“ mit dem Kölner Tanztheaterpreis ausgezeichnet.

www.bibiana-jimenez.de  
www.zielscheibe.xx-tanztheater.eu

Insta: https://www.instagram.com/bbjimenezart/?hl=de  und https://www.instagram.com/xxtanztheater/?hl=de

ZIELSCHEIBE ist eine inhaltlich-explorative Tanzrecherche zum Thema Frauenhass und Sexismus im Internet. Hass und Gewalt gegen Frauen, die sich für eine liberale Gesellschaft und Gleichberechtigung einsetzen, ist zum digitalen Alltag geworden. Es gibt bereits Initiativen, hauptsächlich junger Menschen, die sich dem Thema entgegensetzen. Doch die zunehmende Auflösung der Grenzen zwischen virtueller und realer Gewalt erfordert mehrere Entgegnungen. Das, was Frauen die letzten hundert Jahre sich hart gekämpft haben, wird online in Frage gestellt und zunehmend ignoriert. Die Gewalt nimmt zu: anonym und straflos. Hass und Gewalt gegen Frauen darf in der Öffentlichkeit normal werden. Wir müssen darüber sprechen wir müssen uns sichtbar dagegen stellen. Empfehlung: Die Online Bewegung: Besorgte Bürgerin „#JetztistSchluss“ (https://www.youtube.com/watch?v=QtdKjZa4qLU) mit interessante Aktionen gegen Gewalt an Frauen.

Die #TakeCare-Förderung ermöglichte eine ausführliche Recherche, in der soziale, wissenschaftliche Studien, diverse Zeitungsartikel und Presse-Informationen gesammelt wurden. Die ergebnisoffene Recherche erlaubte das Ausprobieren eines neuen Formats und das künstlerische Experimentieren, ohne den Druck eines Endresultats. Daraus entstand eine Video-Tanz-Serie (https://youtu.be/vvjKc6Im2z8) in drei Akten.

Die Serie erzählt, basierend auf verschiedenen Erfahrungsberichten, mithilfe von Grafiken, Malerei, Tanz, Videomaterial und Ton, die Geschichte einer Vertreibung aus der digitalen Welt. Durch die gemachten Erfahrungen und gesammelten Informationen, ist die Kreativität und Lust entstanden mehrere Konzepte zum Thema Frauenhass und Sexismus im Internet zu entwickeln. Es wurde ein Konzept für ein Bühnenformat entwickelt, welches sich zwischen zwei Realitäten bewegt – Realer und Virtueller.

Killer&Killer: Impulshafte Freiheit des Lachens und Weinens

Sophie-Louise Killer & Thalia Killer
Sophie Killer ist Schauspielerin, Tänzerin/Performerin, Regisseurin, Choreografin aus NRW. Sie schloss 2015 ihr Schauspielstudium an der Folkwang Universität der Künste ab. 2013 wurde sie als Stipendiatin in die Studienstiftung des deutschen Volkes aufgenommen. Nach ihrem Abschluss besuchte sie The Meisner Technique School in San Francisco und nahm an dem Dance Intensive Programm der Tanzfabrik Berlin teil. 2018 wurde sie von “tanz - Zeitschrift für Zeitschrift für Ballett, Tanz und Performance" zu einer der Hoffnungsträger*innen des Jahres ernannt. 2015 gründete sie gemeinsam mit Thalia Killer das Künstlerinnenduo Killer&Killer (http://killerundkiller.com) indem sie in Zusammenarbeit mit diversen Künstler*innen performative, Medien hybride Arbeiten entwickelt. Bereits ihre erste Arbeit “Einer tanzt aus der Reihe” (https://vimeo.com/270976983) wurde mit dem Folkwang Preis ausgezeichnet. Mit ihren Stücken tourt Killer&Killer durch Deutschland und spielen auf div. Festivals (u.a. Ruhrfestspiele Recklinghausen Fringe 2018, Internationales Physical Theatre Festival Full Spin 2019, Szene Zeigen Performance Festival Laucha 2019). In der Kölner Kulturlandschaft etablierten sie sich mit der Auszeichnung des Kunstsalon Theaterpreis 2018 für ihre Adaption von Kafkas “Der Prozess”. Auch ihre jüngste Produktion am Freien Werkstatt Theater “Revolt. She said Revolt. Again.” (http://fwt-koeln.de/de/stuecke/revolt-she-said-revolt-again.html) von Alice Birch wurde für den Kölner Theaterpreis nominiert.

Impulshafte Freiheit des Lachens und Weinens
Die sinnbezogenen Phänomene des Lachens und Weinens sind ein unbewusster Vorgang, die Reaktion des Körpers auf „Herausforderungen“ des Geistes. Die choreografish-akustische Recherche führt an die verschiedenen Erfahrungen von Kontrollverlusten heran und untersucht, welchen Einfluss die Veränderungen des sozialen Miteinander auf unsere impushaften körperlichen Freiheiten haben. Die Recherche setzte sich mit dem physischen und akustischen Erforschen des Lachens auseinander. Der Philosoph Helmuth Plessner schreibt in seiner Abhandlung “Lachen und Weinen - Eine Untersuchung der Grenzen menschlichen Verhaltens”: “Das Lachen ist von Geöffnetheit, Unvermitteltheit und Eruptivität gekennzeichnet, der Mensch verfällt ins Lachen und verliert somit die Beherrschung über sich und seinen Leib - sein Körper übernimmt dann für ihn die Verantwortung der Situation.”

Der natürliche und meist unbewusste Vorgang des Lachens wurde unter den Kriterien Klang, Form, Rhythmus, Intensität, und Geste, Körperliche Vorgänge analysiert, reenacted und abstrahiert. Das Lachen in seinen unterschiedlichen Erscheinungsformen und Expressivitäten, seine Kontrolle-verlierende oder manipulierende Eigenschaft wurde somit zu einer performativen “Gelächter-Komposition”. Im Spannungsfeld der Geschlechtergerechtigkeit wurde theatral überprüft, inwieweit Humor im Privaten als auch im Öffentlichen als Machtmittel fungiert. Es sind groteske Theaterfiguren und choreografischen Momente entstanden, die Hierarchisierungen, geschlechtliche Zuschreibungen und Stereotypisierungen von Körper und Bewegungen durchkreuzen. Auf Basis der Rechercheergebnisse wird eine hybride Performance entstehen die im Setting einer Late-Night-Show die phallogozentristische Medienkultur dekonstruiert und ad absurdum führt.

Aïsha Konaté: Highly privileged - Metamorphosen Schwarzer Weiblichkeit

Seit ihrem Studium der Kulturwissenschaft in Montpellier und Tübingen (2010-2016) interessiert Aïsha was passiert, wenn die Masken fallen und sich Menschen in ihrer Verletzlichkeit begegnen – das Dahinter was sich dann entpuppt – Unsicherheit, Streit, Komplexes Chaos und Pure Schönheit.
Nach ihrem Studium gelangte sie über Tanz und Stimme (Gesang und Spoken Word) zur Performancekunst und arbeitet seitdem sowohl als Performerin (Stimme, Butoh, Tanz) als auch als Aktivistin in verschiedenen Kontexten.
Sie organisiert Workshops und Veranstaltungen an der Schnittstelle von Kunst und Aktivismus. u.a. im Rahmen des intersektionalen Tanztreffens Cuerpos politicos (DE/FR/ES), aber auch in Kooperation mit Organisationen wie der ISD, Phönix e.V., advd.
Seit 2017 ist sie Mitglied des Leipziger Performancekollektivs DEINE MUDDA (https://deinemuddakollektiv.wixsite.com/theater), was Fragen entlang feministischer Formen des Zusammenlebens stellt. Die aktuelle Produktion MACHT (https://deinemuddakollektiv.wixsite.com/theater/m-a-c-h-t-2019) (2019) adressiert die Themen Überforderung und Druck und Umgangsformen damit im aktuellen Weltgeschehen. Das Stück war zuletzt auf dem ARTive Festival in Mainz eingeladen (musste Coronabedingt leider abgesagt werden).
Als Mitglied des intersektionalen Performancekollektivs Polymora inc. (https://polymora-inc.org) genießt sie die Vielfalt an Möglichkeiten, die entsteht, wenn im Tanz Normen aufgelöst werden. Die letzte Produktion School of Shame, die im Herbst 2019 im LOFFT Theater Leipzig Premiere hatte, wurde zum Gastspiel u.a. im Nationaltheater Mannheim und Hellerau Dresden eingeladen.

Highly privileged - Metamorphosen Schwarzer Weiblichkeit
Im Forschungsprojekt Highly Privileged - Metamorphosen Schwarzer Weiblichkeit hatte Aïsha Konaté vor, sich über Fotografien, Texte, Erinnerungen und Musik ihren Vorbildern und denen von anderen Schwarzen Frauen in ihrem Leben zu widmen. Sie wollte sich über Posen und das Aneignen von Texten, Videos, Musik in sie "hineinversetzen". Die Überlagerung einzelner Elemente sollte schließlich zur Entstehung unterschiedlicher „highly privileged" Wesen führen.
Im Laufe der Forschung entpuppte sich durch die Beschäftigung mit biologischen Vorbildern eine künstlerische Suche nach Geschichten ihrer toten Omas. Eine Oma in Guinea die andere in Deutschland. Die deutsche Lieblingsoma, die während ihres Lebens die NAZI-Zeit lieber nicht erwähnt hat und neben einem großen Herzen auch Fotos von ihr mit blonden Madelszöpfen und Hakenkreuz hinterlassen hat – und die guineische Oma, über die niemand was weiß. Die Forschung begann im tiefsten weißen Winter und endet zum Frühlingsbeginn, was unter anderem dazu führte, dass im Laufe der Forschung die Figur der Schneekönigin immer präsenter wurde. Neben zahlreichen Soundaufnahmen, Texten und Bewegungsforschung entstand das Bild der schmelzenden Eiswürfel. Sie stehen stellvertretend für die sich wandelnde Natur während des Forschungsprozesses. Parallel dazu auch für die Erfahrung der Nazizeit und deren Wirken in die heutige Zeit hinein. Die Schneekönigin als die Figur, die marginalisierte Geschichten unerhört macht und sie mit einem Kuss in Eis verwandelt, in unkompostierbares Plastik verpackt und sie so ihrer Lebendigkeit beraubt. Außerdem das Zusammenschmelzen von friersteif anmutenden Identitätsblöcken als hybride Erfahrung.
Aïsha plant (sobald die Situation es zulässt) eine Soloperformance. Sie ist gespannt darauf, wann die Eiswürfel auf der Bühne schmelzen werden und was dann zum Vorschein kommen wird.
(https://www.youtube.com/watch?v=ymkcbVQ2kMI)

Alexander Ourth: The Making of a YouTube Radical

"The making of a YouTube Radical" ist ein Research-Projekt über Radikalisierung und Verschwörungsmythen. Ziel ist, inhaltlich und technologisch zu untersuchen, wie eine Transformation vom realen Bühnen- in den digitalen Raum gestaltet werden kann. Dazu sollen Technologien aus den neuen Medien erschlossen werden.

Nach einer klassischen Schauspielausbildung und Engagements am Schauspielhaus Salzburg und Theater Trier und den Kreuzgangspielen in Feuchtwangen wechselte Alexander Ourth 2009 in das Regiefach, wo er als freier Künstler an verschiedenen Häusern und in Eigenproduktionen interdisziplinäre Theaterprojekte realisiert. Prägend ist der frühe Einsatz von digitalen Technologien, wie Projektion Mapping, Sound-Installationen, und Motion Tracking und der damit verbundenen Entwicklungsarbeit. Die dabei selbst entwickelten Software-Systeme wurden und werden mitunter am Wolfgang-Borchert-Theater in Münster, am Theater Trier und den Kreuzgangspielen Feuchtwangen nachhaltig eingesetzt. Ourth ist regelmäßig zu Gast bei der "Schmiede Hallein", wo er mit Digital Artists und Künstlern aller Richtungen interdisziplinäre Ansätze auslotet. In letzter Zeit liegt der Fokus auf der Entwicklung von eigenen Theaterstoffen ohne dramatisierte Vorlage. "An die Nachgeborenen" (2014), "Sophie Scholl" (2016), "Das große Spiel"(2019), "Stellar Spectra" (2017) und „Argula“ (2017) sind so entstanden, und brachten ihm mitunter zwei mal den Theaterpreis der fränkischen Landeszeitung und den Kulturpreis der Stadt Trier ein.

www.alex-ourth.com
Weiteres aktuelles Projekt: www.titanic-tufa-trier.de

Alexandra Schwartz: The J Word - Generation shame culture

Unter dem Titel "The J Word - Generation Shame Culture" will die Künstlerin Alexandra Schwartz zu jüdischer Identität in Deutschland arbeiten und den Körper als Träger historischer Kontinuitäten erforschen. Es entsteht ein Dialog aus Tanz und Recherchearbeit: zu Familienbiographien und Traumaforschung, Mary Wigman und Anna Halprin, zu performativen Ritualen und queeren Formen jüdischen Lebens. Mit “The J Word –Generation shame culture” erforschte die Künstlerin Ali (Alexandra) Schwartz ihren Körper als Trägerin von historischen Kontinuitäten, wobei das Historische eine Gleichzeitigkeit von werden und geworden sein einschloss. In der Konfrontation mit der Shoa und der deutschen Erinnerungskultur ließen sich über den Körper Erklärungsmodelle verflüssigen und ein Kontinuum von Zuständen explorieren.

Ali Schwartz arbeitet mit Tanz und systemischer Körpertherapie als emanzipatorische Praxis in Leipzig. Ali beschäftigt wie Queerfeminismus und Systemtheorie verkörpert werden kann, um Räume für Empowerment und Solidarität zu gestalten. Interdisziplinäre Projekte führten Ali u.a. nach Barcelona, Stockholm, Teheran, Jerusalem und Ramallah. Ali kommt aus dem zeitgenössischen Tanz und der Contact Improvisation und ist Teil des mixed-abled Performance-Kollektivs POLYMORA Inc.

https://www.youtube.com/watch?v=8wLBj5EOVsY&feature=youtu.be

Jascha Sommer: A research after the future

Im Rahmen von "TakeCare" fragt der Performance- und Videokünstler Jascha Sommer nach der Möglichkeit gegenwartsbezogener, gemeinschaftlicher Praktiken after our capitalist future. Fern des Phantasmas einer prognostizier- und gestaltbaren Zukunft und jenseits des individualistischen Präsenzfetischs unserer Tage interessiert sich Sommer für die künstlerische Erforschung von "Demokratien im Präsenz".

Tomasso Tessitori: Recherche Raum und Körper

Tomasso Tessitori-Recherche zu Möglichkeiten von Raumbühnen/orten, die den Coronaauflagen entsprechen und dem Einsatz von notwendigen Medien. Untersuchung des Verhältnisses Raum und Körper, sowie des Raumbegriffs in der Installationskunst, mit Schwerpunkt von Licht als Ausdrucksmittel in den Arbeiten von Olafur Eliasson. Erstellung eines Konzepts zur Teilhabe von jungem Publikum/Schulklassen.

Arne Vogelgesang: Glaube, Liebe, Vernichtung

Dieses Recherchevorhaben sammelt Belege und Zusammenhänge zur Ausbreitung und Mutation von Verschwörungserzählungen vor allem seit Beginn der aktuellen Corona-Pandemie sowie zur Veränderung des Wahrheitsbegriffes unter den Bedingungen des Internets. Parallel dazu wird ein Spielkonzept entwickelt, das das Format des Online-Videoessays für die Verarbeitung dieser Inhalte theatral nutzbar macht.

Mit dem Theaterlabel internil und unter eigenem Namen realisiert Arne Vogelgesang Kunstprojekte, die mit dokumentarischem Material, neuen Medien, Fiktion und Performance experimentieren. Ein Schwerpunkt dabei ist radikale politische Propaganda im Internet. Außerdem hält er Vorträge und gibt Workshops zu seinen Recherchen, spielt mit VR und Menschendarstellung in 3D herum und schreibt gelegentlich einen Text.

www.vogelgesang.internil.net

Mono Welk: Lovesongs to the future (self)

In der Forschungs-Residenz „Lovesongs to the future (self): Hacking my voice with testo and love“ hat Mono Welk durch tägliches Stimmtraining und Singen von Liebesliedern eine Praxis des Empowerment swährend seiner Stimmtransition entwickelt. Neben der praktischen Arbeit hat er das Thema auf theoretischer und historischer Ebene betrachtet: die Begrifflichkeit und Praxis von Empowerment durchleuchtete Mono Welk in  Austauschformaten mit anderen Künstler:innen. Ganz im Sinne der Autorin Barbara Probst Solomon untersuchte Mono täglich die Wirkung und das Zusammenspiel von Atmung und Resonanz beim Singen und Klingen, denn: „Empowern kann sich eine Person nur selbst“. Die Auseinandersetzung mit der Emotionalität und Textgrundlage von Songs wie „My heart will go on“ (Celine Dion) „Purple Rain“ (Prince), „Love of my live“ und „We are the champions“ (QUEEN) und „Eternal flame“ (The Bangles) begibt sich Mono auf humorvolle Weise in Bereiche der Verletzlichkeit. Diese Vulnerabilität schafft ein weites Feld, welches verschiedene ästhetische und politische Ebenen eröffnet. Praktiken im Sinne des Prinzips der radikalen Zärtlichkeit lassen es zu, dass Mono einen neuen Bezug zu seiner Stimme entwickelt. Der Transitionsprozess steht hier für ein persönliches Forschungsfeld von Empowerment und ästhetischen Brüchen im Kontext einer aktivistisch-künstlerischen Praxis.

Foto: Nele Sander

Nach meinem Studium der Tanzpädagogik (BA) an der CODARTS (Rotterdam, NL) und Choreographie (MA) an der Palucca Hochschule für Tanz Dresden arbeitete ich als Choreograph:in, Performer:in, Videoproduzent:in. Von 2010 bis 2018 initiierte ich Projekte mit dem Performance-Kollektiv wilde Pferde, das an der Schnittstelle von gesellschaftlich konstruierten Körperbildern, Bewegungsgewohnheiten und kulturphilosophischen Prämissen forschte. Eigene Produktionen wurden u.a. am Festspielhaus Hellerau und beim OpenDans Rotterdam (PhRasen der Dressur 2009/2010, wror 2011/2012), den Sophiensælen Berlin (PhRasen der Dressur 2012) und im LOFFT–Das Theater (SUPRAMATER: 2016) gezeigt. Mit POLYMORA Inc. wurden die Produktionen Wildnis Mensch (2017), Anthropomorphia 4230 (2018), School of SHAME (2019) aufgeführt. Seit 2016 entstanden verschiedene Projekte in Kooperation mit dem PENG! Kollektiv. Gemeinsam mit Stephanie Krah organisiere ich seit 2018 das soziokulturelle Festival FAMILIA*FUTURA zu den Themen Familien-Diversität und Care-Utopien. Meinen Fokus lege ich zurzeit vor allem auf Performance-Kunst, die an der Schnittstelle zum Aktivismus Körpernormen hinterfragt und sich damit in einer queeren Praxis verortet. In der Arbeit mit POLYMORA Inc. kan nich thematisch intersektional als auch methodisch interdisziplinär arbeiten und so eingefahrene Ästhetiken und Gewohnheiten immer wieder aufrechen, wie z.B. in der Forschungsresidenz wert_frei (2020), welche vom Fonds Dakü gefördert wurde.

www.monowelk.de/lovesongs-to-the-future
hallo@monowelk.de

Jana Zöll
Too queer to be queer - Ich bin die Antithese
In Zeiten von Identitätspolitik, wo steht *mensch da als Frau mit Behinderung? Wird *mensch mehr als Frau oder als behindert wahrgenommen? Und welche Perspektive definiert *mensch eigentlich: die Fremd- oder die Eigenwahrnehmung? Zu diesen Fragen forscht Jana Zöll mit Stimme, (eigenen) Körperbildern und Bewegung, indem sie diese der Außenwahrnehmung preisgibt und Assoziationen erfragt.

Gefördert vom Fonds Darstellende Künste im Rahmen von Neustart Kultur: #TakeThat. Realisiert durch das Bündnis internationaler Produktionshäuser und das flausen+bundesnetzwerk.

Jana Zöll: Too queer to be queer - Ich bin die Antithese

In Zeiten von Identitätspolitik, wo steht *mensch da als Frau mit Behinderung? Wird *mensch mehr als Frau oder als behindert wahrgenommen? Und welche Perspektive definiert *mensch eigentlich: die Fremd- oder die Eigenwahrnehmung? Zu diesen Fragen forscht Jana Zöll mit Stimme, (eigenen) Körperbildern und Bewegung, indem sie diese der Außenwahrnehmung preisgibt und Assoziationen erfragt.

Gefördert vom Fonds Darstellende Künste im Rahmen von Neustart Kultur: #TakeThat. Realisiert durch das Bündnis internationaler Produktionshäuser und das flausen+bundesnetzwerk.